Blutvergiftung

Ein roter Strich, der zum Herzen wandert! – das ist häufig das Bild, das man beim Gedanken an eine Blutvergiftung vor Augen hat. Was steckt wirklich dahinter, wie gefährlich ist eine Blutvergiftung und welche Maßnahmen sind notwendig?

Streng genommen existiert eine Blutvergiftung eigentlich gar nicht. Was wir in der Bevölkerung als solche bezeichnen, wird in der Medizin unterteilt in eine Lymphangitis (Entzündung der Lymphbahnen) und in eine so genannte Sepsis (generalisierte Entzündung). In beiden Fällen handelt es sich um Infektionskrankheiten und nicht etwa um eine Vergiftung.

Lymphangitits - Entzündung der Lymphgefässe

Die Lymphangitis ist eine Entzündung der Lymphgefäße. Lymphgefäße transportieren die Lymphflüssigkeit (Lymphe) zum Herzen und sind damit das wichtigste Transportsystem neben dem Blutkreislauf. Diese Gefäße können sich nach Hautverletzungen oder bestimmten Erkrankungen leicht entzünden. Eines der Symptome ist der besagte "rote Strich".Diese Erkrankung ist leicht zu erkennen und hat, eine ausreichende Behandlung vorausgesetzt, sehr gute Heilungschancen. Sehr selten und vor allem bei ungenügender Therapie kann die Entzündung auf die Blutbahn übergreifen und es entsteht eine lebensbedrohliche Sepsis.


Lebensbedrohliche Sepsis

Eine Sepsis entsteht dann, wenn im Körper eine Infektion außer Kontrolle gerät und die körpereigenen Abwehrmechanismen versagen bzw. überfordert sind. Da der Ausbreitungsweg über die Blutgefäße erfolgt, kann man eine Sepsis noch am ehesten als Blutvergiftung bezeichnen. Diese lebensbedrohliche Infektion wird häufig unterschätzt. Dabei steht sie auf Platz 3 der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Ursache hierfür ist, dass die Diagnose häufig erst sehr spät gestellt wird, da die Symptome sehr unspezifisch sind.